Bachelor BWL

Ein Bachelor BWL ist sehr beliebt bei Abiturienten, da einem mit einem Betriebswirtschafts-Studium nahezu alle Türen offenstehen. Wer sich also nach dem Abi noch nicht ganz sicher ist, in welche Richtung er beruflich gehen möchte, ist mit Betriebswirtschaftslehre gut beraten. Wir haben weiterführende Infos zum Bachelorstudium sowie die passenden Hochschulen für dich!

Bachelor BWL: ein Überblick

Das BWL-Studium zählt zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland. Kein Wunder, denn die Globalisierung und das Wirtschaftswachstum erfordern kompetente Fachleute, die sich mit Betriebszahlen und Unternehmensstrukturen auskennen und in der Lage sind, den aktuellen Zustand zu analysieren und zielgerichtete, gewinnbringende und nachhaltige Strategien planen zu können.

Egal, ob internationaler Konzern, kleines Familienunternehmen oder eine mögliche Selbstständigkeit, ob Marketing, Personalabteilung oder Controlling: Mit einem BWL-Studium stehen dir viele Möglichkeiten, Branchen und Bereiche offen. Das erklärt auch die große Beliebtheit des Studiengangs.

Ein Bachelor BWL ist insgesamt sehr allgemein gehalten, das heißt, es werden vor allem Grundlagen behandelt. Spezialisieren kannst du dich entweder durch Wahlmodule im späteren Verlauf des Studiums oder du wählst einen BWL-Studiengang, der von Anfang an eine besondere Spezialisierung hat, zum Beispiel Dienstleistungsmanagement oder Eventmanagement.

Zudem hast du die Möglichkeit, nach dem Bachelorstudium einen spezialisierten Master BWL zu wählen, wenn dir während des Bachelorstudiums Bereiche aufgefallen sind, die du besonders interessant fandest.

Passende Hochschulen für BWL

Bachelor BWL: der Klassiker

Ablauf: Wie ist das Bachelorstudium BWL aufgebaut?

Der Bachelor BWL dauert normalerweise sechs bis sieben Semester. In den ersten drei oder vier Semestern erlangst du erst mal ein solides Grundlagenwissen, zum Beispiel in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen oder Statistik. Aber auch die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens kommen nicht zu kurz.

Im späteren Verlauf kannst du durch Wahlmodule ein gewisses Profil in dein BWL-Studium bringen. Jede Hochschule oder Universität gestaltet ihre Studiengänge ein bisschen anders, sodass es ratsam ist, vor der Bewerbung in die Studienpläne zu schauen, was genau angeboten wird.

Grundsätzlich kannst du aber immer mit folgenden Inhalten im Bachelor BWL rechnen:

  • Grundlagen BWL
  • Grundlagen VWL
  • Finanzwirtschaft
  • Rechnungswesen
  • Statistik
  • Mikro- und Makroökonomie
  • Wirtschaftsmathematik
  • Personalmanagement
  • Marketing

Ab dem vierten oder fünften Semester kannst du eigene Schwerpunkte wählen. Damit kannst du eigene Interessen vertiefen und dich für deine spätere berufliche Laufbahn spezialisieren. Welche Schwerpunkte du wählen kannst, ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich.

Falls du schon vor Studienbeginn weißt, in welche Richtung du mit deinem Studium gehen möchtest, solltest du dich bei deiner Hochschulrecherche unbedingt vorab informieren, welche Schwerpunkte angeboten werden.

Häufig werden folgende Schwerpunkte angeboten:

  • Controlling
  • Marketing und Vertrieb
  • Personal/Human Resources
  • International Business
  • Finanzmanagement

Internationaler Schwerpunkt

Im Bachelor BWL gibt es häufig einen internationalen Schwerpunkt. Das heißt, dass manche Studiengänge komplett oder teilweise in Englisch stattfinden. Zudem stehen Fremdsprachen-Seminare, wie zum Beispiel Business Englisch, auf dem Studienplan.

Praxissemester

Gerade private Hochschulen legen sehr viel Wert auf die Praxis und arbeiten oft direkt mit Unternehmen zusammen oder haben Dozenten, die neben der Lehrtätigkeit in der Wirtschaft tätig sind oder es sehr lange waren. Doch noch besser als ein inhaltlicher Praxisbezug ist es, die praktische Erfahrung selbst zu sammeln. Daher haben viele Hochschulen ein Praxissemester in ihrem Studienverlaufsplan integriert. Ob das verpflichtend ist oder freiwillig, variiert je nach Hochschule.

Auslandssemester

Nicht nur wenn du einen internationalen Schwerpunkt im Studium hast, ist ein Auslandssemester empfehlenswert. Daher haben viele private Hochschulen Kooperationen mit ausländischen Hochschulen und dementsprechend ein verpflichtendes Auslandssemester im Studienplan. An staatlichen Hochschulen ist in der Regel ein Erasmus-Semester möglich.

Abschluss

Das letzte Semester ist hauptsächlich zum Schreiben deiner Bachelorarbeit gedacht. In den meisten Fällen schließen sechssemestrige Bachelorstudiengänge BWL mit 180 ECTS ab. Dauert das Studium länger, beispielsweise durch ein zusätzliches Praxissemester, erhöht sich die Anzahl der Credit Points auf 210 ECTS. Je nach Hochschule bzw. Studiengang schließt du dein BWL-Studium mit einem Bachelor of Arts (B.A.) oder einem Bachelor of Science (B.Sc.) ab, selten mit einem Bachelor of Engineering (B.Eng.).

Bachelor of Arts oder Bachelor of Science?

Ein in die Luft geworfener Doktorhut

Ein Bachelor of Arts wird normalerweise vor allem in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern verliehen, ein Bachelor of Science in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Die Wirtschaftswissenschaften stehen damit quasi zwischen den Welten, denn sie gehören zu keinem dieser Bereiche so richtig dazu. Bei deiner Recherche nach einem passenden Studiengang wirst du also schnell feststellen, dass für ein BWL-Studium beide Abschlüsse angeboten werden. In wenigen Fällen kommt auch noch eine dritte Variante dazu: Sind die Studieninhalte sehr technisch, kann der Studiengang mit einem Bachelor of Engineering abschließen.

Die unterschiedlichen Abschlüsse sagen allerdings nichts über die Qualität des Studiums aus, sondern höchstens über die inhaltlichen Schwerpunkte. Ein Bachelor of Science in BWL kann den Fokus mehr auf Mathe und Statistik legen, oft ist dieser Unterschied aber auch nicht der Rede wert.

Ansonsten gilt: Ein Bachelor ist ein Bachelor, egal, ob B.Sc. oder B.A. In manchen Foren wirst du Aussagen darüber finden, dass der B.Sc. höher gewertet wird, weil er „wissenschaftlicher“ ist. Das sind jedoch nur persönliche Ansichten, Belege dafür gibt es nicht. Bei deiner späteren Jobsuche wird es in der Regel keinen Unterschied machen, ob du einen B.A. oder einen B.Sc. hast. Viel mehr wird auf zusätzliche Qualifikationen wie zum Beispiel praktische Erfahrung oder ein Auslandssemester etc. geachtet.

Zudem kannst du im Bereich der Wirtschaftswissenschaften auch problemlos mit einem Bachelor of Arts einen Master of Science absolvieren und umgekehrt. Natürlich haben die meisten Hochschulen noch einmal interne Voraussetzungen für einen Master, zum Beispiel im Bachelor eine bestimmte Anzahl an Credit Points in Mathekursen oder eine bestimmte Bachelornote, aber ob B.A. oder B.Sc. spielt normalerweise keine Rolle.

Mach dir also nicht zu viele Gedanken über die Frage „BWL Bachelor of Arts oder Bachelor of Science?“ Es sei denn, du selbst möchtest unbedingt einen bestimmten Abschluss. Aber auch das ist deine persönliche Vorliebe. Du solltest bei der Masse an Studienangeboten auf jeden Fall fündig werden – sowohl für B.A. als auch für B.Sc.

Unser Tipp: Schau dir die jeweiligen Studienverlaufspläne aufmerksam an – welche Inhalte kommen genau vor? Nehmen Mathe und Statistik vielleicht einen größeren Stellenwert ein als in anderen Angeboten und möchtest du das überhaupt? Werden Spezialisierungen und/oder Wahlpflichtmodule angeboten, die dich interessieren? Denn viel wichtiger als der genaue Abschluss ist, dass du weißt, was dich erwartet und du dich für das Thema interessierst.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Um das Bachelorstudium BWL zu beginnen, brauchst du in allererster Linie eine Hochschulzugangsberechtigung. Das kann die

  • Hochschulreife (Abitur) oder
  • die Fachhochschulreife (Fachabitur) oder
  • die fachgebundene Hochschulreife sein.

Je nach Hochschule können weitere Anforderungen hinzukommen, zum Beispiel praktische Erfahrung durch ein Vorpraktikum oder ein bestimmtes Englischniveau.

Da das BWL-Studium so beliebt ist, gibt es häufig mehr Bewerber als angebotene Studienplätze. Daher gibt es an den Hochschulen Auswahlverfahren. Während es bei staatlichen Hochschulen vor allem über den Numerus Clausus (NC) geht, setzen private Hochschulen auf interne Auswahlverfahren, zum Beispiel durch ein Motivationsschreiben, ein Auswahlgespräch oder einen Eignungstest.

Numerus Clausus

Virtuelle Symbole vor einem Schreibtisch, an dem zwei BWL-Studenten über ein Diagramm am PC-Monitor sprechen

Der BWL NC ist je nach Hochschule unterschiedlich und steht immer erst fest, nachdem das Bewerbungsverfahren beendet ist, weil man dann weiß, wie viele Bewerber mit welchen Abiturnoten zugelassen wurden. Normalerweise kann man aber die NC-Werte der letzten Semester als Richtwert nehmen und sich für seine eigene Bewerbung daran orientieren. Wenn an einer Hochschule der NC für den BWL Bachelor in den letzten Semestern immer um 2,0 herum lag, hat man mit einem 3,4er-Abi-Schnitt wahrscheinlich eher schlechte Karten für eine direkte Zulassung. Wenn du unbedingt an diese Hochschule bzw. Universität möchtest, wirst du wohl oder übel Wartesemester sammeln müssen.

Ansonsten kannst du dich natürlich an mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben. Sollte dein Abischnitt nicht so gut aussehen, hast du an Universitäten in kleineren Städten eventuell bessere Chancen. Denn viele Studienanfänger wollen gerne an die großen Unis und Hochschulen, die in angesagten Großstädten liegen, sodass die Bewerberanzahl dort viel größer ist als in ländlichen Gegenden.

An manchen Hochschulen gibt es aber auch gar keinen NC, sondern alle Bewerber werden zugelassen. Informiere dich also vor deiner Bewerbung über die vergangenen NC-Werte und versteif dich nicht zu sehr auf eine spezielle Uni, falls der NC dort zu hoch ausfällt.

Wir haben dir ein paar NC-Werte der vergangenen Semester zusammengestellt, damit du dir einen Überblick machen kannst:

HochschuleStudienfachSemesterNCWartesemester (Abiturnote)
Universität zu KölnBetriebswirtschaftslehreWintersemester 2019/20201,5 (Abiturnote) 2,2 (Hochschuleigene Auswahl) 4 (2,0)
Universität zu KölnBetriebswirtschaftslehreSommersemester 20201,6 (Wartesemester: 5) (nach Abiturnote) 2,2 (Hochschuleigene Auswahl) 5 (2,3)
Hochschule StralsundBetriebswirtschaftslehreWintersemester 2019/2020zulassungsfrei--
TH KölnBetriebswirtschaftslehreWintersemester 2019/20202,3 (nicht alle)8 (alle)
Hochschule BochumBetriebswirtschaftslehreWintersemester 2019/20202,84 (2,9)
Hochschule BochumBetriebswirtschaftslehreSommersemester 20203,15 (3,7)
Uni BambergBetriebswirtschaftslehreSommersemester 2020zulassungsfrei--

(Stand: Juli 2020)

Persönliche Voraussetzungen

Doch nicht nur die formalen Voraussetzungen spielen eine Rolle für dein Studium. Zwar musst du die formalen Anforderungen erfüllen, um überhaupt zugelassen zu werden. Doch die persönlichen Voraussetzungen helfen dir dabei, das Studium mit Interesse und Spaß zu absolvieren.

Für einen BWL Bachelor sind folgende Eigenschaften hilfreich:

  • Interesse an wirtschaftlichen Themen
  • Solide Mathekenntnisse und ein gutes Zahlenverständnis
  • Logisches und analytisches Denkvermögen
  • Strukturierte Arbeitsweise
  • Kommunikationsfähigkeit

Studium ohne Abitur

Mittlerweile ist es an vielen Hochschulen auch möglich, BWL zu studieren ohne Abitur. Dafür musst du allerdings eine berufliche Qualifikation nachweisen können, zum Beispiel:

  • eine Meisterprüfung oder
  • eine Aufstiegsfortbildung oder
  • einen Fachschulabschluss oder
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung plus mehrjähriger Berufserfahrung plus einer Eignungsprüfung.

Da die genauen Voraussetzungen für ein Studium ohne Abitur aber je nach Anbieter variieren können, solltest du dich bei Fragen oder Unklarheiten direkt an die entsprechende Hochschule wenden.

Wie viel kostet ein Bachelor BWL?

Ein Bachelor BWL kostet Geld, die Frage ist nur: wie viel? Da BWL sowohl von staatlichen als auch von privaten Hochschulen angeboten wird, gibt es große Unterschiede was die Studienkosten betrifft.

Ein staatlicher Anbieter wird vom Staat unterstützt und erhebt daher in der Regel nur den Semesterbeitrag. In diesem sind der Sozialbeitrag, Verwaltungskosten etc. und vielleicht auch ein Semesterticket enthalten. Je nach Hochschule und Region liegt der Semesterbeitrag zwischen ca. 100 und 400 Euro. Bei sechs Semestern kostet das Studium an einer staatlichen Hochschule damit zwischen etwa 600 und 2.400 Euro.

Private Hochschulen finanzieren sich dagegen über ihre Studierenden und daher müssen sie Studiengebühren erheben. Auch da variieren die Preise je nach Hochschule. Für ein Bachelorstudium BWL kannst du ungefähr zwischen 7.000 und 30.000 Euro Studiengebühren einrechnen. Du siehst also, die Spanne bei privaten Hochschulen ist sehr groß und es lohnt sich, Preise zu vergleichen.

Durch die hohen BWL Studium Kosten ist es gerade bei einem Betriebswirtschaftsstudium an einer privaten Hochschule ratsam, sich im Vorfeld Gedanken über die Finanzierung zu machen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, von Studienkredit über Stipendium ist alles dabei.

Wir haben dir ein paar Beispiele für die Kosten eines Bachelorstudiums in BWL zusammengestellt, damit du dir ein Bild der Spannbreite machen kannst.

HochschuleStudiengangStudienformKosten
Diploma HochschuleBetriebswirtschaftslehre, B.A.Vollzeit395 Euro/Monat, gesamt: 14.885 Euro
Hochschule StralsundBetriebswirtschaftslehre, B.A.VollzeitSemesterbeitrag: 80 Euro/Semester, kein Semesterticket
Universität zu KölnBetriebswirtschaftslehre, B.Sc.VollzeitSemesterbeitrag: 280,95 Euro/Semester inkl. Semesterticket
CBS International Business SchoolBetriebswirtschaft und Management, B.A.Vollzeit4.650 Euro/Semester in Köln bzw. 4.350 Euro in Mainz
SRH Hochschule HammBetriebswirtschaftslehre, B.Sc.Vollzeit680 Euro/Monat zzgl. einmaliger Immatrikulationsgebühr von 480 Euro
Fachhochschule DortmundBetriebswirtschaft, B. A.VollzeitSemesterbeitrag: 314,38 Euro inkl. Semesterticket
International School of Management (IMS)Betriebswirtschaft International Management, B.Sc.duales Studium590 Euro/Monat 600 Euro Immatrikulationsgebühr 300 Euro Thesisgebühr 5.180 Euro Auslandssemester In der Regel werden die Kosten vom Unternehmen übernommen.
Hochschule OsnabrückBetriebswirtschaft, B. A.duales StudiumSemesterbeitrag: 326,36 Euro inkl. Semesterticket
PFH FernstudiumBWL, B.A.Fernstudiumgesamt: 12.554 Euro
WINGSBetriebswirtschaft, B. A.Fernstudium8 Semester: 159 Euro/Monat 6 Semester: 189 Euro/Monat

(Stand: Juli 2020)

Welche Master sind passend?

Die Auswahl an passenden Masterstudiengängen in BWL ist sehr groß. Wenn du einen eher allgemeinen Bachelor gewählt hast, kannst du dich jetzt auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren, das dir vielleicht im Bachelor besonders gefallen hat und somit deine berufliche Laufbahn starten, zum Beispiel im Bereich Marketing, Personal oder Technik.

An Wahlmöglichkeiten sollte es dir in der Regel nicht fehlen, denn auch im Master ist BWL sehr beliebt.

Falls du dich schon mal informieren willst, in welche Richtung es nach dem Bachelor gehen kann, findest du hier die passenden Master-Studiengänge und Hochschulen.

124 Hochschulen für einen Master BWL

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Weitere Infos

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