Weiterbildung: Staatlich geprüfter Betriebswirt

Wer sich "Staatlich geprüfter Betriebswirt" nennen kann, hat den höchsten nicht-akademischen Abschluss in der Tasche, den man in Deutschland erreichen kann. Aber wie kommt man dahin? Welche Anbieter gibt es? Kann man nach dem Abschluss ein Studium beginnen? Wir haben alle Infos zu Studieninhalten, Voraussetzungen sowie Karriereperspektiven!

Was ist der Staatlich geprüfte Betriebswirt?

Wer die Weiterbildung als Staatlich geprüfter Betriebswirt (SGB) erfolgreich beendet, hat einen sehr angesehenen Abschluss in der Tasche. Nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen ist der Abschluss einem Bachelorabschluss eines Studiums nahezu ebenbürtig. Für Berufstätige ist diese Weiterbildung daher eine sehr sinnvolle Sache, um sich für neue Karrierewege vorzubereiten.

Erfahrungen von Christoph K., Absolvent der Weiterbildung:

"Die Absolventen, mit denen ich den Abschluss gemacht habe, sind in den unterschiedlichsten Positionen untergekommen. Stabsstellen, auch Abteilungs- und Filialleiter. Aber auch fachbezogene Positionen mit hoher Verantwortung, wie Controller oder Unternehmensberater. Es hängt einfach von deinen beruflichen Erfahrungen und deinen Qualitäten ab. In der Regel kannst du den SGB im mitttleren Management einordnen."

Weiterbildung Staatlich geprüfter Betriebswirt: Alle Infos

Für wen ist die Weiterbildung geeignet?

Prinzipiell kommt jeder Berufstätige in Frage, der nach einer kaufmännischen Berufsausbildung mindestens ein Jahr gearbeitet hat und sich weiterqualifizieren möchte. Und auch für alle, die ohne Berufsausbildung bereits mindestens 7 Jahre arbeiten, steht der Zugang offen.

Außerdem muss man Einsatzwillen und Durchhaltevermögen haben. Denn die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt ist kein Spaziergang. 2.400 bis 2.800 Unterrichsstunden stehen auf dem Programm, je nach Studienart (Vollzeit oder Teilzeit/Fernstudium). Das entspricht zwei bis drei Jahren. Während dieser Zeit muss die Freizeit deutlich zurückstecken und viel Mühe und Einsatz in den Besuch der Abendschule oder beim Fernstudium-Lernen am Schreibtisch gesteckt werden.

Wir möchten hier kein falsches Bild vermitteln: Die Weiterbildung Staatlicher geprüfter Betriebswirt lohnt sich. Es ist der höchste nicht-akademische Berufsabschluss. Aber man sollte sich im Klaren sein, dass der Titel mit viel Arbeit verbunden ist.

Einen kompakten guten Überblick bietet dieses Video der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen:

Weiterbildungsinhalte

Der Staatlich geprüfte Betriebswirt gliedert sich in drei Teile:

Grundstudium

Das Grundstudium erstreckt sich auf die ersten beiden Semester, also das erste der insgesamt zwei Jahre dauernden Fortbildung (im Vollzeitmodus). Hier werden zunächst einmal die grundlegenden Kenntnisse der Betriebswirtschaftslehre vermittelt und so die Voraussetzungen für die Schwerpunktwahl in den höheren Semestern gelegt.

Inhalte

Zu den gelehrten Studieninhalte im Grundstudium zum Staatlich geprüften Betriebswirt zählen Fächer wie

  • Sozialkunde
  • Marketing
  • Controlling
  • Fremdsprachen wie Englisch oder Spanisch
  • Wirtschaftsmathematik und Statistik
  • Datenverarbeitung
  • Recht

Hauptstudium/Schwerpunktlegung

Am Ende des zweiten Semesters wählt man mindestens einen Schwerpunkt für die kommenden beiden Semester des Hauptstudiums aus. Ziel ist es, die angehenden Betriebswirte mit spezifischem Branchenwissen auszustatten, denn jeder hat nun mal seine individuellen Berufswünsche. Daher gibt es auch zahlreiche Schwerpunkte, wie zum Beispiel

  • Logistik (Inhalte z.B. Produktions- und Beschaffungslogistik, Entsorgungslogistik)
  • Controlling (z.B. Strategisches Controlling, Finanzcontrolling)
  • Marketing (z.B. Marktforschung, Preispolitik, Kommunikationspolitik)
  • Wirtschaftsinformatik (z.B. Grundlagen der Datenverarbeitung, Software-Engineering)
  • Touristik (z.B. Destinationsmanagement, Tourismuspolitik)

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Schwerpunkte, die allerdings nicht immer von jeder Abendschule bzw. Akademie angeboten werden. Hier sollte man sich vorher ausführlich informieren. Im Fernstudium gibt es meist alle Schwerpunkte.

Projektarbeit

Am Ende der Studienzeit muss man eine Projektarbeit (genannt Betriebswirtarbeit) erstellen. Sie ist zwischen 20 und 25 Seiten lang und soll zeigen, dass die angehenden staatlich geprüften Betriebswirte komplexere betriebliche Problemstellungen unter Einsatz der bisher erworbenen theoretischen Kenntnisse und ihrer berufspraktischen Erfahrungen analysieren, strukturieren und selbständig lösen können.

Zusätzlich muss eine Präsentation gehalten werden, in der die Ergebnisse der Betriebswirtarbeit vorgestellt und mit den Prüfern diskutiert wird.

Voraussetzungen

Ein paar persönliche Voraussetzungen haben wir bereits oben erwähnt. Nachfolgend gibt es dazu noch eine ausführliche Liste über die formalen Kriterien für die Zulassung. Bitte beachte: Wenn du ein Fernstudium absolvierst, beziehen sich die Voraussetzungen auf den Zeitpunkt, zu dem du dich für die staatliche Prüfung anmelden. Das bedeutet, dass du zum Beispiel mit dem Fernstudium schon starten kannst, wenn du noch nicht die nötige Anzahl der Berufsjahre durchlaufen hast.

Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung "Staatlich geprüfter Betriebswirt" bzw. zum Einschreiben in die Weiterbildung:

  • Berufsschulabschluss oder das Abschlusszeugnis der Berufsschule und mindestens der Sekundarabschluss I – Fachoberschulreife, der Realschulabschluss oder eine andere vergleichbare schulische Ausbildung
  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem einschlägigen (kaufmännischen) Ausbildungsberuf und anschließend 1 Jahr Berufstätigkeit in eben diesem Ausbildungsberuf oder
  • Eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren, auf die der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnet werden kann

Darüber hinaus kann an vielen Institutionen auch zugelassen werden, wer

  • Mittlere Reife
  • und mindestens 7 Jahre einschlägige Berufspraxis

vorweisen kann. Bundeswehrsoldaten können dies übrigens auch über eine "berufsnahe Verwendung" erreichen.

Wichtig: Es gibt dutzende Ausnahmefälle. Bevor du jetzt aufgibst und die Weiterbildung als Staatlicher geprüfter Betriebswirt nicht beginnst, solltest du unbedingt bei einer Fernschule oder Abendschule in der Umgebung anrufen und dich beraten lassen. Es gibt viele Wege zum Betriebswirt!

Anerkennung

Ist der Staatlich geprüfte Betriebswirt anerkannt? Ja, ist er! Und das sogar über die Grenzen Deutschlands hinweg. Wie eingangs beschrieben, ist die Weiterbildung als Staatlich geprüfter Betriebswirt der höchste Abschluss, den man ohne Studium in Deutschland erreichen kann.

Jeder Personalverantwortliche kennt den Abschluss und weiß, welches Wissen und bestenfalls auch Können sich dahinter verbergen. Zudem kann man mit dem Abschluss auch ein Bachelor- oder teilweise sogar Master-Studium an einer Fachhochschule beginnen und sich somit sogar noch einen akademischen Abschluss erarbeiten.

Kurzum: Ein staatlicher anerkannter Betriebswirt hat sehr gute Karrierechancen im unteren und vor allem mittleren Management.

Interessiert? Dann schau direkt in unserer großen Weiterbildungs-Datenbank vorbei und finde eine Weiterbildung, die perfekt zu dir passt!

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