Interviews mit Berufstätigen: Senior Consultant

Nach einem BWL Studium gibt es hunderte Jobmöglichkeiten. Von Marketing über Controlling bis Gesundheit gibt es viele Branchen, in denen Absolventen ihren Berufseinstieg finden und ihre Karriere starten. Aber wie genau sehen die Jobs nach dem Studium eigentlich aus? Was sind typische Erfahrungen und Berufswege? Wir haben bei Berufstätigen nachgefragt und hilfreiche Einblicke erhalten.

BWL-Absolventen werden typischerweise mit Jobs in der Finanzwelt in Verbindung gebracht. Das stimmt nicht immer, denn wie wir ja beschreiben, gibt es dutzende unterschiedliche Branchen und Berufsmöglichkeiten. Für Steuerberater Tobias B. ist die Finanzwelt aber genau das Richtige und er hat sich nach dem Studium und der Ausbildung zum Steuerfachangestellten für eine Karriere bei der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC entschieden. Mittlerweile ist er Senior Consultant und Coach für die neuen Mitarbeiter ("New Joiner") – Im Interview berichtet er von seinem Berufsleben.

Senior Consultant in der Wirtschaftsprüfung

Tobias B.

Betriebswirtschaft an der Universität Köln

Senior Consultant in der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC

Senior Consultant
Senior Consultant

Lieber Herr B., vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für einen Einblick in Ihren Beruf nehmen. Wenn Sie zurückdenken an Ihre Studienwahl – warum wollten Sie BWL studieren? Hatten Sie schon klare Berufsvorstellungen? Und hat das Studium dann auch gehalten, was Sie sich im Vorhinein davon versprochen haben?

Bereits in den Sommerferien vor Beginn der 10. Klasse habe ich ein Praktikum in einer Oldenburger Steuerkanzlei absolviert. Dieses Praktikum war für mich richtungsweisend.

Bereits in den Sommerferien vor Beginn der 10. Klasse habe ich ein Praktikum in einer Oldenburger Steuerkanzlei absolviert. Dieses Praktikum war für mich richtungsweisend. Folglich habe ich mich dazu entschieden, nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zu machen - zum Steuerfachangestellten. Diese Ausbildung habe ich aufgrund meines Schulabschlusses auf 2,5 Jahre verkürzt, so dass ich danach mein Studium an der Georgia Augusta Universität in Göttingen aufgenommen habe. Der Liebe wegen bin ich dann nach drei Semestern nach Köln an die Universität zu Köln gewechselt. Hier habe ich mein Studium dann auf die Steuerlehre sowie in Teilen auf die Wirtschaftsprüfung spezialisiert.

Treiber für die Wahl der Uni zu Köln war eine Koryphäe als Professor im Steuerrecht - Herr Prof. Herzig - bei welchem ich auch meine Bachelorarbeit geschrieben habe. Ergänzend möchte ich erwähnen, dass ich während des Studiums 20 Wochenstunden in einer Steuerkanzlei in Köln-Lindenthal gearbeitet habe. Diese Mischung aus Theorie und Praxis haben mich optimal auf das Berufsleben vorbereitet.

Heute sind Sie Senior Consultant in einer der weltweit größten Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Was können wir uns unter Ihrem Beruf vorstellen?

Als überaus spannend empfinde ich, dass mir Einblicke in verschiedene Branchen gewährt werden.

Mein Titel als "Senior Consultant" bedeutet in der Tat einfach nur das, was die deutsche Übersetzung bereits aussagt – erfahrener Berater.

In unserem Unternehmen ist es so, dass der Berufseinsteiger in der Regel die ersten drei Jahre den Titel "Consultant" führt. Sodann mit gestiegener Erfahrung im Umgang mit Mandanten sowie gewachsener Fachkompetenz wird man zum Senior Consultant befördert. Ich hatte hingegen das Glück, bereits nach 21 Monaten befördert zu werden, also auch "nur" mit einem Bachelortitel. Von Jahr zu Jahr steigt die Verantwortung. Mittlerweile bin ich bei zwei Mandaten über einen Zeitraum von fünf Monaten Prüfungsleiter und sowohl für den jeweiligen Leiter Rechnungswesen als auch für die weiteren Teammitglieder erster Ansprechpartner. Seit kurzem bin ich in das PwC Programm "Young Excellence" aufgenommen worden.

Obwohl ich mich während des Studiums inhaltlich mehr auf die Steuerlehre spezialisiert hatte, wollte ich zunächst in der Wirtschaftsprüfung beginnen - und bin dabei geblieben.

Hier prüfen wir (als Hauptaufgabe) die vom Mandanten erstellten Jahresabschlüsse. Als überaus spannend empfinde ich, dass mir Einblicke in verschiedene Branchen gewährt werden. In meiner bisherigen Tätigkeit bei PwC habe ich insbesondere Einblicke in die Medienbranche und in die Chemiebranche bekommen. Weiterhin ich Einblicke in die Automobilbranche erhalten.

Mein persönliches Ziel ist es dabei Jahr für Jahr den Mandanten zufrieden zu stellen. Er soll sich zu jeder Zeit optimal beraten fühlen und sicher sein, dass er im Zweifelsfall kompetente Hilfe an seiner Seite genießt. Ein positives Feedback des Mandanten gepaart mit dem Wunsch, auch im kommenden Jahr zusammenzuarbeiten, ist für mich persönlich Jahr für Jahr eine tolle Wertschätzung gewesen.

In der busy season ist die Arbeitsbelastung enorm, was langfristig von einigen Kollegen als negativ empfunden wird. Eine 40-Stunden Woche liegt über Monate nicht vor. Dafür können aber Überstunden aufgeschrieben und in der Sommerzeit abgefeiert werden, d.h. dass man durchaus auch mal sechs Wochen am Stück Urlaub haben kann ;). In der Regel wird bei unseren Mandanten vor Ort geprüft, d.h. unter Umständen kann eine Anreise montags und eine Rückreise freitags vorkommen.

Aus Ihrer Erfahrung – was raten Sie Studieninteressenten, die ihr Bachelorstudium suchen? Worauf sollten sie achten? Welche Fehler kann man vermeiden? Was sind wichtige Entscheidungskriterien?

Man sollte sich an den Universitäten genau informieren. Die Universität zu Köln war, zu meiner Zeit zumindest, in der Tat ein Aushängeschild für Steuerrecht und Steuerstrafrecht. Insbesondere die Kurse zu Ertragssteuern sowie der Abgabenordnung haben mich sehr gut auf die Steuerberaterprüfung (drei Jahre später) vorbereitet. Ansonsten sollte man Berufserfahrung in Form von Praktika sammeln oder sich einen studentischen Nebenjob (fachspezifisch) suchen.

Wenn jetzt jemand sagt "Mensch, das klingt interessant, den Beruf will ich auch ausüben" – was raten Sie ihm/ihr? Wie sollte der Studienweg optimalerweise gestaltet werden?

Als Bachelorstudent sollte man in den Semesterferien – besser schon vor Aufnahme des Studiums – viele Praktika absolvieren. Vielleicht auch im Ausland.

Als Bachelorstudent sollte man in den Semesterferien – besser schon vor Aufnahme des Studiums – viele Praktika absolvieren. Vielleicht auch im Ausland. Das tut sowohl dem Lebenslauf für spätere Bewerbungen als auch der persönlichen Entwicklung sehr gut. Weiterhin ist man mit Bachelortitel in der Regel noch sehr jung. Hier bietet z.B. PwC einen berufsbegleitenden Masterstudiengang an - sehr interessant. Optimal ist, gerade wenn man "nur" den Bachelor absolvieren möchte, wenn man zunächst eine Ausbildung macht. Das ist jedoch meine persönliche Meinung und war bislang immer mein Asset - man wirkt in meinen Augen ein wenig reifer, was den Umgang mit Mandanten oder das Auftreten in Gesprächen betrifft.

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