Interviews mit Berufstätigen: Procurement Project Manager

Nach einem BWL Studium gibt es hunderte Jobmöglichkeiten. Von Marketing über Controlling bis Gesundheit gibt es viele Branchen, in denen Absolventen ihren Berufseinstieg finden und ihre Karriere starten. Aber wie genau sehen die Jobs nach dem Studium eigentlich aus? Was sind typische Erfahrungen und Berufswege? Wir haben bei Berufstätigen nachgefragt und hilfreiche Einblicke erhalten.

Im folgenden Interview findest du den Erfahrungsbericht von Patrick E. Er ist Procurement Project Manager Repacking bei GlaxoSmithKline, einem weltbekannten Arzneimittelhersteller und Anbieter von Gesundheitsprodukten. Patrick gibt uns einen Einblick, was hinter seiner Berufsbezeichnung steckt und wie sein Berufsalltag aussieht.

Procurement Project Manager bei einem Arzneimittelhersteller

Patrick E.

Betriebswirtschaft an der FH Offenburg

Procurement Project Manager GlaxoSmithKline

Procurement Project Manager
Procurement Project Manager

Lieber Herr E., vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unser Interview nehmen. Hatten Sie schonmal etwas von "Procurement Management" gehört, bevor Sie sich für Ihr BWL Studium entschieden haben? Oder was waren Ihre Gründe, Betriebswirtschaft zu studieren?

Am Ende war es die Entscheidung zwischen VWL und BWL.

Sehr gerne. Der Begriff Procurement war mir zu Beginn des Studiums tatsächlich völlig unbekannt. Mir war lediglich klar, dass ich ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolvieren wollte. Am Ende war es die Entscheidung zwischen VWL und BWL.

Sie haben ja eine beispielhafte Karriere bei Ihrem Arbeitgeber hingelegt. Vom Praktikanten im Einkauf zum Manager. Aber was macht ein Procurement Project Manager Repacking eigentlich? Was können wir uns unter Ihrem Beruf vorstellen?

Das Spannende an dieser Arbeit ist, dass ich jede Woche etwas Neues dazu lerne. Als Projektmanager muss ich mich immer wieder in Themen einarbeiten, die mir vorher völlig unbekannt waren.

Das stimmt, das Pflichtpraktikum während des Studiums war eine tolle Gelegenheit zum Berufseinstieg. Alles weitere hat sich dann Stück für Stück daraus ergeben, dass ich durch Engagement und gute Leistungen auf mich aufmerksam gemacht habe. Was mein aktuelles Aufgabengebiet angeht, sei zunächst gesagt, dass meine Job-Bezeichnung eine Mischung aus Procurement Manager und Project Manager ist. Ich besetze im Prinzip eine Schnittstelle zwischen Procurement, also Einkauf, einerseits und Projektmanagement andererseits. Man kann sich das so vorstellen, dass im konkreten Fall ein großes interdisziplinäres Projekt angestoßen wurde, bei dem unter anderem auch Einkaufskompetenzen notwendig waren. Da ich zuvor im Einkauf gearbeitet hatte und bereits dort ein größeres Projekt mitgestaltet hatte, wurde man auf mich aufmerksam und hat mir diese Position angeboten.

Im Alltagsgeschäft bin ich zuständig für viele kleinere Projekte, bei denen es beispielsweise um den effizienten Einkauf von Packmaterialien geht. Hier bin ich zuständig für die Koordination verschiedener Aufgaben, zum Beispiel der Entwicklung einer neuen Verpackung und dem Aussteuern des Altbestandes. Dazu kommen dann Preisverhandlungen, bei denen ich selbst die Hauptverantwortung habe.

Das Spannende an dieser Arbeit ist, dass ich jede Woche etwas Neues dazu lerne. Als Projektmanager muss ich mich immer wieder in Themen einarbeiten, die mir vorher völlig unbekannt waren. Dazu kommt in diesem Projekt, dass es auf europäischem Level abläuft, was wiederum häufige Geschäftsreisen mit sich bringt. Ich finde diesen Aspekt positiv, auch wenn ich selten mehr von einer Stadt sehe, als Flughafen, Hotel und Büro. Man erlebt viele verschiedene Menschen und bekommt auch einen Einblick in kulturelle Unterschiede innerhalb Europas, was ich sehr spannend finde.

Als negativer Aspekt des Projektmanagements ist eventuell der teils hohe Zeitaufwand zu nennen. Wer eine Anstellung sucht, bei der jeden Abend pünktlich um 17 Uhr Feierabend ist, der ist meiner Meinung nach im Projektmanagement falsch. Die Arbeitsbelastung kann je nach Projektphase sehr unterschiedlich sein, was aber eben auch bedeutet, dass es ruhigere Phasen gibt.

Aus Ihrer Erfahrung – was raten Sie Studieninteressenten, die ihr Bachelorstudium suchen? Worauf sollten sie achten? Welche Fehler kann man vermeiden? Was sind wichtige Entscheidungskriterien?

Wer sich für die Inhalte begeistern kann, wird in aller Regel auch Spaß am Studium haben und anschließend einen interessanten Job finden.

Meiner Meinung nach ist das wichtigste Entscheidungskriterium das Interesse am Studiengebiet. Wer noch nicht genau weiß, was er studieren soll, sollte sich aus meiner Sicht weniger an der Frage orientieren "Was möchte ich später einmal machen", sondern mehr an der Frage "Was interessiert mich und wofür kann ich mich begeistern." In meinem Fall war es Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und eine gewisse Affinität zur Mathematik.

Hilfreich ist dabei oftmals auch das Modulhandbuch des Studiengangs, was in der Regel auf der Webseite der Hochschule verfügbar ist. Wer sich für die Inhalte begeistern kann, wird in aller Regel auch Spaß am Studium haben und anschließend einen interessanten Job finden.

Wenn jetzt jemand sagt "Mensch, das klingt interessant, den Beruf will ich auch ausüben" – was raten Sie ihm/ihr? Wie sollte der Studienweg optimalerweise gestaltet werden?

Das Allerwichtigste ist aus meiner Sicht, Engagement zu zeigen und sich selbst weiterentwickeln zu wollen.

Auch wenn die meisten Studieninteressenten diesen Satz wahrscheinlich nicht mehr hören können, muss ich trotzdem sagen, es gibt keinen optimalen Weg. Ich habe mich selbst auch während des Studiums noch oft gefragt, was ich denn mit meinem BWL Studium überhaupt anfangen werde. Es gab für mich kein festes Berufsziel, auf das ich hingearbeitet habe. Für mich war der ausschlaggebende Punkt, dass ein Pflichtpraktikum Teil des Studiums war. Dieses habe ich bei GlaxoSmithKline im Einkauf absolviert und hatte das Glück, nicht nur eine spannende und interessante Aufgabe gefunden zu haben, sondern auch ein Unternehmen, was über das Praktikum hinaus Verwendung für mich hatte.

Das Allerwichtigste ist aus meiner Sicht, Engagement zu zeigen und sich selbst weiterentwickeln zu wollen. Ich habe beispielsweise einen zusätzlichen Sprachkurs an der Hochschule absolviert, wodurch ich über Umwege zu einem Empfehlungsschreiben gekommen bin, was mir letztlich den Berufseinstieg erleichtert hat. Das war zwar nichts weiter als ein Zufall, ist aber nur dadurch zustande gekommen, dass ich mich über das Minimum hinaus engagiert und eingebracht habe. Wer sich schon während des Studiums ein Netzwerk aufbauen kann, hat davon sicher keine Nachteile.

Abschließend vielleicht noch ein Tipp, den ich selbst erst nach meinem Studium erhalten habe: Je mehr Menschen man von seinem Ziel oder auch Problem erzählt, desto mehr wird man darüber erfahren. Viele sind sehr gerne bereit, ihre eigenen Ideen oder Erfahrungen weiterzugeben. Ich bin immer wieder selbst erstaunt, welche hilfreichen Anregungen ich von den unterschiedlichsten Menschen erhalte.

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