Interviews mit Berufstätigen: Controlling/Interne Revision

Nach einem BWL Studium gibt es hunderte Jobmöglichkeiten. Von Marketing über Controlling bis Gesundheit gibt es viele Branchen, in denen Absolventen ihren Berufseinstieg finden und ihre Karriere starten. Aber wie genau sehen die Jobs nach dem Studium eigentlich aus? Was sind typische Erfahrungen und Berufswege? Wir haben bei Berufstätigen nachgefragt und hilfreiche Einblicke erhalten.

Für das nachfolgende Interview konnten wir Oxana B., bis vor kurzem Controllerin und nun Interne Revisorin beim Logistikunternehmen Meyer & Meyer, gewinnen.

Controllerin/Interne Revisorin

Oxana B.

Betriebswirtschaft an der Universität Osnabrück

Interne Revisorin beim Logistikunternehmen Meyer & Meyer

Interne Revisorin
Interne Revisorin

Liebe Frau B., welche Erwartungen hatten Sie damals, als Sie sich für BWL als Studiengang entschieden haben? Und konnten im Nachhinein die Erwartungen erfüllt werden?

Meine Erwartungen waren: eine anspruchsvolle, verantwortungsvolle Tätigkeit in Verbindung mit kaufmännischem Know-how.

Da ich schon immer eine Affinität für Zahlen hatte, aber nicht im Lehramt tätig sein wollte, habe ich mich für BWL entschieden. Am Anfang des Studiums ist man sich ja oft nicht ganz sicher, in welche Richtung man später gehen möchte, was einem am besten liegt und wo man gute Entwicklungspotenziale hat. Ich hatte erst eher an Bereiche wie Banken, Steuer- und Prüfungswesen gedacht. Als ich aber die Vorlesungen im Bereich IWGM (Internationale Wirtschaft und Globales Management) besuchte habe, die mehr auch auf praktischen Erfahrungen basierten, wusste ich, dass dies genau ist, was ich in Verbindung mit internationalem Controlling als Beruf ergreifen möchte.

Wie meine Vorstellung genau in die Tat umgesetzt werden sollte, wusste ich damals allerdings noch nicht. Meine Erwartungen waren: eine anspruchsvolle, verantwortungsvolle Tätigkeit in Verbindung mit kaufmännischem Know-how. Erst im Berufsleben habe ich gesehen, dass Zahlen sehr interessant sein können, wenn man sie mit dahinterstehenden Geschäften füllt und eben auch versteht, was sich tatsächlich dahinter verbirgt und was sie bedeuten.

Sie sind ein super Beispiel dafür, dass man sich mit BWL für verschiedene Bereiche qualifizieren kann und flexibel ist. Bis vor 6 Monaten waren Sie Controllerin, nun sind Sie beim gleichen Unternehmen in den Bereich Interne Revision gewechselt. Was können wir uns unter den beiden Berufen vorstellen?

Ich war viel im Ausland unterwegs. Dadurch habe ich viele neue Länder und neue Leute, sowie deren Kulturen kennengelernt. Dies hat den Job sehr spannend und interessant gemacht.

Ich war sieben Jahre im Bereich "Operatives Controlling (Internationale Verkehre und ausländische Niederlassungen)" tätig, wo man bei uns im Unternehmen sehr eng mit anderen operativen Bereichen (Profit Center) zusammenarbeitet. Hauptaufgaben in dem Bereich waren:

  • Erstellung des kostenrechnerischen Monatsabschlusses: periodengerechte Zuordnung von Kosten und Erlösen (mittels Abgrenzungen), sowie korrekte Abbildung der Kosten und Erlösen je Bereich, um die Wirtschaftlichkeit je Bereich zu ermitteln
  • Analyse der monatlichen Ergebnisse, was auch gemeinsame Gespräche mit operativen Verantwortlichen beinhaltete
  • Steuerung der Unternehmensentwicklung mittels Kennzahlen (Maßnahmen bei den Soll-Ist-Abweichungen usw.)
  • Unternehmensplanung in Zusammenarbeit mit den Abteilungsverantwortlichen
  • Forecastrechnung: Was erwarten wir als realistisches Ergebnis am Ende des Jahres?
  • Controllingsberichte an Bereichsverantwortliche und Geschäftsführung (Soll-Ist-Abweichungen, Kennzahlenberichte usw.)
  • Wirtschaftlichkeitskalkulation je Bereich, je Kunde, je Produkt.
  • Unterstützung bei der Einführung neuer Märkte (Eröffnung neuer Niederlassungen im Ausland), neuer Produkte,
  • Implementierung neuer Kunden (Prozesskostenkalkulation, Erstellung von Businessplänen)

Da ich dies für den internationalen Bereich getan habe, war ich viel im Ausland unterwegs. Dadurch habe ich viele neue Länder und neue Leute, sowie deren Kulturen kennengelernt. Dies hat den Job sehr spannend und interessant gemacht. Controlling wird als wichtiges Steuerungsinstrument zur Erreichung der Unternehmensziele gesehen und bei uns gelebt.

Seit Januar 2014 bin ich nun für den Bereich "Interne Revision" tätig. Es gibt verschiedene Ausrichtungen der Revision. Im Moment sind die Hauptaufgaben der internen Revision, die monetären Risiken/Schäden für das Unternehmen zu identifizieren und diese zu minimieren bzw. beseitigen.

Wo und welche internen Risiken können in dem Unternehmen bestehen und welche Schäden (monetäre oder auch anderer Natur) bringen die mit sich?

In dem Bereich sind die Kenntnisse in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Controlling und IT bzw. buchhalterischen und operativen Systemen notwendig.

Es ist natürlich wichtig, die Einhaltung der externen Gesetze zu prüfen und dafür zu sorgen, dass diese und weitere interne Vorschriften, Richtlinien usw. eingehalten werden. Wir sehen die interne Revision allerdings nicht nur als Kontrollinstrument, sondern auch als Berater, der zur langfristigen Erhaltung des Unternehmens und Unternehmenswertes beisteuert.

In diesem Aufgabenfeld geht man durch alle Unternehmensbereiche bzw. Abteilungen durch und schaut, welche Risiken dort bestehen, wie sie bewertet werden, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese Risiken zu beseitigen bzw. zu minimieren, oder ob man sich entscheidet, das Risiko zu tragen.

Die Position in der internen Revision ist bei uns eine Stabstelle und direkt dem Gesellschafter zugeordnet. In dem Bereich sind die Kenntnisse in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Controlling und IT bzw. buchhalterischen und operativen Systemen notwendig.

Ich fand es ganz hilfreich, in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern, um zu sehen, ob man nah am Geschehen sein und aktiv mitmischen möchte, oder eher von der Seite passiv betrachten und beratend mitwirken möchte. Ist man eher Macher oder lässt man lieber machen?

Gibt es viele Schnittstellen zwischen Controlling und Interner Revision? Kann man generell davon sprechen, dass man mit einem BWL Studium für unterschiedliche spannende Jobpositionen gut vorbereitet ist?

Ja, es gibt da viele Schnittstellen zwischen Controlling und der internen Revision, da beide ein Teil des internen Kontrollsystem sind und zur Unternehmenssteuerung und -erhaltung beitragen und eng miteinander arbeiten. In beiden Bereichen arbeitet man eng mit Finanzbuchhaltung und in gleichen IT Systemen.

Und ja, es gibt unterschiedliche spannende Jobpositionen, für die man durch ein BWL Studium gut vorbereitet ist. Es sind nicht nur Finanzbereich, Controlling und interne Revision. Es kann genau so auch Business Development, Business Operation Analyst, aber auch Projektmanagement usw. sein.

Wenn jemand Ihren Karriereweg als Vorbild sieht und ihn einschlagen möchte – Was empfehlen Sie ihm/ihr? Wie erreicht man das Ziel?

Man sollte bereit sein, eigene Verantwortung zu übernehmen. Wichtig sind auch Eigenschaften wie zielorientiertes Handeln und analytisches Denken. Praktische Erfahrungen in Form von Praktika oder Nebenjobs während des Studiums sind sehr positiv. Für die, die im internationalen Bereichen tätig sein möchten, gehört unbedingt ein Auslandssemester bzw. Auslandspraktikum dazu.

Das könnte auch dein Traumjob werden?

Finde jetzt den passenden BWL-Studiengang und entscheide dich für die geeignete Hochschule! Bei uns findest du alle Infos - los geht's!

War dieser Text hilfreich für dich?

5,00 /5 (Abstimmungen: 2)

Weiterempfehlen

Wenn dir unser Angebot gefällt, freuen wir uns über eine Empfehlung!

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de