BWL Studium bei SRH Heidelberg

Berufe für BWLer: Produktmanager

Als Betriebswirt stehen dir hunderte verschiedene Branchen und Berufe offen. Aber welche genau? Wir haben intensiv recherchiert und in unserer großen Artikelreihe „Berufe nach dem BWL Studium“ gehen wir auf die unterschiedlichsten Jobs ein. Um dir auch noch einen Einblick vermitteln zu können, was hinter den verschiedenen, meist englischen Berufsbezeichnungen überhaupt steckt, haben wir Erfahrungsberichte von berufstätigen Betriebswirten gesammelt.

Für das nachfolgende Interview konnten wir Barbara B., Produktmanagerin bei einem Reiseveranstalter, gewinnen. Sie berichtet, warum die Arbeit bei einem kleinen Unternehmen viele spannende Aufgaben mit sich bringt und warum der Tourismus schon immer ihr Ziel war.

Zur Person

Name:
Hochschule:
Barbara
Duales Studium Betriebswirtschaft (Abschluss 2006)


Liebe Barbara, warum haben Sie sich nach dem Schulabschluss für ein betriebswirtschaftliches Studium entschieden?

Erfahrungsbericht BWL Beruf ProduktmanagerIch habe mich weniger für das betriebswirtschaftliche Studium, als für den Zweig Tourismus entschieden. Diese Entscheidung fiel nicht nach meinem Schulabschluss, sondern während meiner Zeit als Reiseleitung auf den Kanaren und Balearen. Mir war allerdings wichtig, ein Studium zu wählen, dass mir trotz seiner Spezialisierung auf den Tourismus eine breite Basis für den weiteren Berufsweg bietet. Dies hatte ich im Dualen Studium für BWL mit Schwerpunkt Tourismus gefunden.


Sie sind schon immer im Tourismus beruflich aktiv gewesen und mittlerweile Produktmanagerin. Was können wir uns darunter vorstellen?

Erfahrungsbericht Beruf ProduktmanagerFür mich besteht der Reiz des Tourismusbereiches in zwei Komponenten. Zum einen gestaltet man ein Produkt, auf das viele Menschen das ganze Jahr über hinarbeiten und mit dem die Menschen etwas Positives verbinden. Auch wenn für die Mehrheit der Deutschen der Jahresurlaub mittlerweile zum Standard gehört und kein exklusive Luxusgut mehr ist, so handelt es sich doch um etwas Besonderes. Zum anderen ist die Komponente von Kommunikation und Netzwerk im Tourismus extrem wichtig. Durch die Arbeit in den verschiedenen Zielgebieten hat man täglich mit seinen Partnern aus den unterschiedlichen Ländern und somit Kulturen Kontakt. Für mich bereichert dies den Berufsalltag extrem. Wichtig ist außerdem die persönliche Komponente. Im Vergleich zu anderen Branchen wird im Tourismus noch immer sehr auf persönlicher Basis gearbeitet d.h. der direkte und persönliche Kontakt zu den Partnern ( z.B Hoteliers) ist extrem wichtig. Dies wiederum wird durch Reisen in die verschiedenen Zielgebiete gefördert. Man könnte also auch sagen, ein Teil des Beruflebens findet dort statt wo andere ihren Urlaub und ihre Freizeit verbringen. Dieser Teil ist je nach Veranstalter sehr unterschiedlich.

Da es sich bei meinem Veranstalter um eine kleines Unternehmen handelt, zählen folgende Aufgabengebiete zu meinem Arbeitsprofil (in größeren Unternehmen handelt sich hierbei um separate Bereiche):

Produktbereich:

  • Produktverantwortung hinsichtlich Einkauf von Hotelleistung, Hotelbeschreibung & Bildmaterial, Sicherstellung der Mindestkapazität zur Hochsaison
  • PR- und Marketingbereich: Promotion von Hotels, Organisation von Sonderangeboten hinsichtlich Preis und (zusätzlicher) Leistung bzw Service des Hotels
  • Betreuung externer Hotelpartner und Zielgebietsagenturen

Yield & Revenue

  • Ertragsmanagement, Wettbewerbskontrolle & Marketingkalkulation
  • Prozessoptimierung
  • Qualitätssicherung im Produkt

Marketing

  • Schnittstelle zw Produkt und Einkauf bei der Ausarbeitung und Durchführung von Marketingmaßnahmen zur Optimierung des Abverkaufs
  • Sicherstellung wettbewerbsfähiger Preise und Statistikerstellung und –auswertung sowie Mitbewerberbeobachtung und Analyse ( ink Eingriff und Korrektur)


Wenn jemand Ihren Karriereweg toll findet und ihn einschlagen möchte – Was empfehlen Sie ihm/ ihr?

Erfahrungsbericht BWL Beruf Produktmanager Tourismus

  • Interesse an fremden Ländern und Kulturen
  • Teamfähigkeit
  • Offenes, aufgeschlossenes und selbstbewusstes Auftreten
  • Gute Kommunikation
  • Verhandlungsgeschick
  • Sprachkenntnisse
  • Interesse am Reisen (je nach Stelle und Veranstalter ist man bis zu mehrere Monate pro Jahr unterwegs)
  • Man sollte im Tourismus nicht halbherzig einsteigen. Wer in der Arbeit nur ein Mittel zum Geldverdienen sieht, wird hier enttäuscht werden. In dieser Dienstleistungsbranche arbeitet man viel und verdient und bei gleicher Leistung im Vergleich zu anderen Branchen verhältnismäßig mäßig. Dies muss bei der Berufswahl bewusst sein.
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