BWL Studium bei SRH Heidelberg

Studienrichtungen – Unterschiede und Gemeinsamkeiten von BWL, WiWi, VWL und Co.

Was sind die Unterschiede zwischen BWL, WiWi, Management, Wirtschaft und VWL? Hast du dir genau diese Frage bei der Suche nach dem passenden BWL-Studiengang auch schon mal gestellt? Wir werden diese hier beantworten und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der vermeintlich unterschiedlichen Studiengänge herausstellen.

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Eigentlich hast du dich schon längst entschieden, dass du BWL studieren möchtest. Doch bei der Wahl der richtigen Hochschule taucht plötzlich ein Problem auf: BWL ist nicht überall BWL! An einigen Hochschulen wird statt Betriebswirtschaft Wirtschaftswissenschaften angeboten. An anderen Hochschulen gibt es außerdem noch Wirtschaft, Business Administration, Management oder VWL. Es ist leicht zu verstehen, dass man als Studieninteressent verwirrt und irritiert ist: Meinen alle Studienbezeichnungen dasselbe Fach oder gibt es wichtige Unterschiede, die man bei der Wahl beachten sollte? Nachfolgend erläutern wir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Studienrichtungen und hoffen, dir die Suche so ein wenig erleichtern zu können.

Wirtschaftswissenschaften

Studienrichtung WirtschaftswissenschaftenWirtschaftswissenschaften, auch Ökonomik und unter Studenten gern WiWi, bezeichnet die Lehre der Wirtschaft insgesamt. Sie umfasst sowohl BWL (Betriebswirtschaftslehre) als auch VWL (Volkswirtschaftslehre) als einzelne Teilbereiche.

Die Definition des Studiengangs ist an Hochschulen nicht immer eindeutig. Oftmals wird der Studiengang Wirtschaftswissenschaften synonym für BWL verwendet – Studieninhalte sind also identisch. Häufig wird auch nur die Fakultät mit Wirtschaftswissenschaften benannt. Die dort angebotenen Studiengänge sind dann entweder BWL oder VWL.

Geht man davon aus, dass die beiden Bezeichnungen nicht synonym verwendet werden, sind die Wirtschaftswissenschaften eine Mischform aus VWL und BWL.
Studierende erhalten in diesem Studium eine breite Grundlagenausbildung und müssen sich somit nicht schon zu Beginn des Studiums für eine Fachrichtung – VWL oder BWL – entscheiden. Erst im späteren Verlauf des Studiums können Schwerpunkte gesetzt werden, die dann zur Vertiefung einzelner Fachrichtungen führen. Allerdings ist auch dies nicht an allen Hochschulen der Fall. Durch die Umstellung auf das Bachelor/Master-System, und die damit verbundene Verkürzung der Studiendauer, zielt das Studium häufig darauf ab, dass die Spezialisierung erst mit dem Master gewählt werden kann.

Sinnvoll ist es hier, sich die Studienverlaufspläne verschiedener Hochschulen anzuschauen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum BWL-Studium bzw. zwischen den verschiedenen Angeboten im Bereich Wirtschaftswissenschaften zu erkennen. Um dir einen besseren Eindruck des Studiums Wirtschaftswissenschaften zu vermitteln, haben wir nachfolgend beispielhaft vier Hochschulen ausgewählt, die einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften anbieten, und Definition und Aufbau des Studiengangs zusammengefasst, um Aufbau und Definition des Studiums zu verdeutlichen.


Logo Uni Erlangen-NürnbergFriedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg: Bachelor Wirtschaftswissenschaften

Definition:
„Ziel des Bachelor-Studiums ist es, Studierende mit wissenschaftlich fundierten Kenntnissen und Methoden der Wirtschaftswissenschaften vertraut zu machen und deren Anwendung in der Praxis zu vermitteln. Das Bachelor-Studium am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg zeichnet sich durch seine internationale Ausrichtung und eines der vielfältigsten Fächerangebote im deutschsprachigen Raum aus.“

Studieninhalte und -verlauf:
1. bis 2. Semester: sog. Assessmentphase
Hier werden Grundlagen aus den Bereichen VWL und BWL sowie methodische Kompetenzen in Statistik, Mathematik und Recht erlangt. Alle Veranstaltungen in dieser Phase sind Pflichtveranstaltungen.

Ab 3. Semester: Wahlbereich
Hier kann aus vier Wahlbereichen ein Schwerpunkt gewählt werden. Die angebotenen Schwerpunkte sind: Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik sowie Wirtschafts- und Betriebspädagogik. Hinzu kommen Schlüsselkompetenzen, die jeder Studierende unabhängig von seiner Schwerpunktwahl erlangen muss, z.B. PC-Kenntnisse oder Sprachen.


BWL – Betriebswirtschaftslehre

Studienrichtung BWLWie schon im Artikel „BWL- Was ist das?“ erläutert, ist BWL, kurz für: Betriebswirtschaftslehre, die Lehre von der Organisation, Steuerung und Führung von Unternehmen. Das Studium befasst sich hauptsächlich mit der Lehre im Bereich Umsetzung und Kontrolle der verschiedenen, kapitalorientierten Unternehmensvorgänge. Dabei ist es an den meisten Hochschulen üblich, dass zu Beginn des Studiums Grundlagenfächer aus allen studienrelevanten Bereichen auf dem Stundenplan als Pflichtveranstaltungen aufgeführt sind. Nach ein paar Semestern können dann Schwerpunkte in einem oder mehreren Fachbereichen gewählt werden, um sich hier für den späteren Berufseinsatz zu spezialisieren.

Nachfolgend findest du Auszüge der Studienverlaufspläne einiger Hochschulen, damit du einen besseren Eindruck vom Ablauf des BWL Studiums und den eventuell zu belegenden Schwerpunkten bekommst.


Logo LMU MünchenLMU München: Bachelor Betriebswirtschaftslehre

Definition:
„Der Studiengang erfüllt höchste Qualitätsansprüche und bereitet systematisch auf die Heraus- und Anforderungen des Arbeitsmarktes oder einer Karriere in der Wissenschaft vor. Das Studium vermittelt einerseits betriebs- als auch volkswirtschaftliche Aspekte in ihrer Breite und in ihren Zusammenhängen, andererseits darüber hinausgehende methodische und kommunikative Kompetenzen.“

Studieninhalte und -verlauf:
1. bis 3. Semester: Grundlagen, z.B.:

  • Grundlagen der BWL
  • Mikroökonomie und Makroökonomie
  • Rechnungswesen
  • Statistik und Mathematik
  • Recht
  • Wirtschaftsinformatik

4. bis 6. Semester

  • Allgemeine BWL
  • Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik
  • Markt- und finanzorientierte BWL

Zusätzlich Wahlmodul aus den Bereichen:

  • Management, Marketing und Innovation ODER
  • Unternehmensrechnung und Finanzierung



VWL – Volkswirtschaftslehre

Studienrichtung VWLAls zweites Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften befasst sich die VWL (kurz für Volkswirtschaftslehre, auch Nationalökonomie oder Sozialökonomie) mit der Untersuchung der Zusammenhänge zwischen der Erzeugung und Verteilung von Gütern und Produktionsfaktoren. Dabei befasst sich die VWL mit den unterschiedlichsten Fragestellungen, die den Zusammenhang des gesellschaftlichen Lebens und der Wirtschaft betreffen.
„Warum schwanken die Benzinpreise so stark?“ „Wie viel Staatsverschuldung können wir uns leisten?“ „Wie sieht ein gutes Steuersystem aus?“ – Dies sind nur einige wenige der Fragestellungen, die durch die Analyse der Volkswirte beantwortet werden können/sollen.

Anders als in der BWL stehen in der VWL weniger einzelne Unternehmen im Fokus, als vielmehr ganze Staaten und/oder Wirtschaftsräume. Volkswirte versuchen anhand von Analysen Modelle zu erstellen, die wiederum Gesetzmäßigkeiten und Handlungsempfehlungen für die Wirtschaftspolitik beinhalten.

Die VWL basiert zu einem Großteil auf Statistik. Mittels dieser und theoretischer Modelle können Annahmen über das menschliche Verhalten getroffen werden. Dementsprechend gehören Mathematik und Statistik zum Handwerkszeug jedes Volkswirts. Vor allem in den ersten Semestern eines Studiums diese Fachbereich sowie wirtschaftswissenschaftliches Grundlagenwissen auf dem Stundenplan der VWL-Studenten. In höheren Semestern können dann an den meisten Hochschulen Schwerpunkte gesetzt werden. Diese können z.B. in den Bereichen Geldtheorie, Umweltpolitik oder Globalisierung liegen.

Um den Aufbau des Studiums zu verdeutlichen folgen hier einige Beispiele des VWL-Studiums.


Logo Uni DüsseldorfHeinrich Heine Universität Düsseldorf: Bachelor VWL

Definition:
„Der berufsbefähigende Abschluss „Bachelor of Science“ vermittelt den Studierenden die wirtschaftswissenschaftlichen Fachkenntnisse und Schlüsselqualifikationen, die für einen erfolgreichen Übergang in die Berufspraxis bzw. für die Aufnahme eines Masterstudiengangs notwendig sind. Die Studierenden erlernen in kleinen Gruppen und engem Austausch mit den Professorinnen und Professoren die grundlegenden ökonomischen Modelle. Mit dem Bachelor verfügen die Absolventinnen und Absolventen über ein kritisches Verständnis der wichtigsten Theorien und Methoden ihrer Studienrichtung und sind befähigt, ihr Wissen eigenständig anzuwenden.“

Studieninhalte und -verlauf:
Das Bachelorstudium startet mit dem Aufbau von generalistischem Grundlagenwissen. Weiterhin können drei Wahlpflichtmodule aus den Bereichen

  • Wettbewerb und Regulierung
  • Strategische und Empirische Wettbewerbsanalyse
  • Empirische Wirtschaftsforschung
  • Spieltheorie
  • Experimentelle Ökonomie
  • Internationale Wirtschaftsbeziehungen
  • Geld und Währung

gewählt werden. Zusätzlich kann das Studium durch die Wahl eines Schwerpunkts weiter spezialisiert werden. Schwerpunkte sind Wettbewerb und Regulierung sowie Internationale Finanzmärkte.


Management

Studienrichtung ManagementIm späteren Berufsleben werden Manager, also Absolventen eines Management-Studiums, als Führungskräfte in Unternehmen eingesetzt. Dort sorgen sie für effektive Arbeitsläufe und Wirtschaftlichkeit der Unternehmen.

Manager können, je nach Spezialisierung, in verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens eingesetzt werden. Der Aufgabenbereich ist dabei nicht nur von der jeweiligen Abteilung abhängig, sondern auch die Position innerhalb der Unternehmenshierarchie spielt hier eine Rolle.

Einsatzbereiche innerhalb eines Unternehmens können z.B. in den Bereichen Controlling, Planung, Organisation oder auch im Bereich Marketing liegen.

Vielleicht ist dir jetzt schon aufgefallen, dass sich die Verantwortungsbereiche stark mit denen eines BWL-Absolventen decken, woraus deutlich wird, dass Management eigentlich nur eine andere Bezeichnung eines BWL-Studiums oder eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums ist. Die Inhalte im Studium ähneln sich stark.

Oft wird das Management-Studium als spezialisierendes Weiterbildungsstudium mit MBA-Abschluss angeboten. Es richtet sich dann an Absolventen eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums, die bereits Berufserfahrung sammeln konnten und sich nun gezielt auf einen Einsatz als Führungskraft innerhalb eines Unternehmens qualifizieren möchten.

Management-Studiengänge werden aber auch mit Bachelor-Abschluss angeboten. In diesem Fall gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich bereits mit der Studienwahl auf einen Bereich zu spezialisieren. Diese eignen sich besonders für Studieninteressenten, die bereits vor Studienbeginn wissen, in welche Richtung sie beruflich gehen möchten. Angebotene Studiengänge sind hier z.B. Eventmanagement, General Management, Hotelmanagement oder International Management. Darüber hinaus gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Management-Studienrichtungen.
Da es bei den zahlreichen Spezialisierungen schwerfällt die Studiengänge miteinander zu vergleichen und wir hier nicht nur eine einzelne Spezialisierung im Management-Studium vorstellen möchten, verzichten wir auf den Vergleich verschiedener Studienverlaufspläne.

Wirtschaft

Studienrichtung WirtschaftÄhnlich wie der Studiengang Management ist auch ein Wirtschaftsstudiengang ein betriebswirtschaftliches Studium. Der Begriff Wirtschaft wird daher gerne Synonym für BWL oder Wirtschaftswissenschaften verwendet. IM Zentrum des Studiums stehen Schwerpunkte und Grundlagen aus den Bereichen VWL und BWL – je nach Auslegung, Ausrichtung und Angebot der Hochschule.

Wirtschaftsstudienfächer werden häufig auch als kombinierte Studienfächer angeboten, z.B. als Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen sowie Wirtschaftspsychologie. Auch hier ist das Prinzip ähnlich wie in der Kategorie Management: Du hast die Möglichkeit, dich gleich zu Beginn des Studiums auf eine bestimmte Ausrichtung festzulegen und hast damit deiner beruflichen Laufbahn schon mal eine Richtung zugewiesen. Oder du wählst einen etwas allgemeiner gefassten Wirtschaftsstudiengang, der im Studienverlauf Möglichkeiten der Spezialisierung bietet.

In jedem Fall lohnt es sich, die Studienverlaufspläne von zu vergleichen und so das für dich geeignete Angebot zu finden. Ein Blick in die Kategorien BWL, Wirtschaftswissenschaften oder VWL kann sinnvoll sein, da die Studieninhalte oft nur minimal unterscheiden.

Business Administration

Studienrichtung Business AdministrationIm Zuge der Internationalisierung unserer Gesellschaft, halten auch immer häufiger englische Bezeichnung Einzug in deutschen Hochschulen. Studiengänge werden daher gerne mit einem wohlklingenden englischen Namen angegeben, meinen aber nichts anderes. So auch beim Studiengang Business Administration. Dieser meint nichts anderes als Betriebswirtschafslehre.

Einziger Unterschied zu „gewöhnlicher“ BWL: Business Administration hat häufig eine internationale Ausrichtung innerhalb des Studienverlaufs. Es kann also durchaus sein, dass Teile des Studiums – oder das gesamte Studium – in englischer Sprache abgehalten werden oder ein Auslandssemester/Auslandspraktikum verpflichtend ist. Dies ist aber ein Kann-Kriterium, kein Muss.

Auch hier wieder unser Tipp: Nimm dir Zeit und vergleiche einzelne Angebote der Hochschulen, um genau zu prüfen, wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Studiengänge liegen, um so herauszufinden, welcher Studiengang dir besonders zusagt.

Fazit

Sich für einen passenden BWL-Studiengang zu entscheiden, ist nicht mal eben zwischen Frühstück und Zähneputzen erledigt. Die verschiedenen Bezeichnungen fordern einige Zeit, um die Unterschiede und etwaige Gemeinsamkeiten der Studienrichtungen herauszufiltern. Wichtig zu wissen ist aber, dass die unterschiedlichen Bezeichnungen betriebswirtschaftlicher Studiengänge oftmals dasselbe meinen und teilweise sogar identisch sind.

Alle hier genannten Studiengänge basieren auf einer betriebswirtschaftlichen und/oder volkswirtschaftlichen Grundlage. Daher sollte dein primäres Ziel nicht sein, dich für einen Studiengang mit wohlklingendem Namen zu entscheiden, sondern die Studieninhalte der einzelnen Angebote zu vergleichen und erst dann zu entscheiden, welcher Studiengang an welcher Hochschule tatsächlich auf deine Anforderungen und Wünsche zutrifft.

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