Bachelor, Master, MBA – Vom Alleskönner zum Spezialist

Bachelor, Master oder MBA – was verbirgt sich hinter den verschiedenen Studienabschlüssen und wie bauen die einzelnen Abschlüsse aufeinander auf? Nachfolgend erläutern wir, wie du durch die verschiedenen Abschlüsse von einem wirtschaftswissenschaftlichen Alleskönner zu einem Spezialisten auf einem bestimmten Fachgebiet wirst.

Hilfreicher Text?

Nicht hilfreichGeht soTeilweiseHilfreichSehr hilfreich
5,00/5 (Abstimmungen: 4)
Loading...


Studienabschlüsse im ÜberblickWährend der Bachelor für fast alle Studienbewerber den Einstieg ins Berufsleben darstellt und für die Hochschulkarriere unerlässlich ist, stellen sich vor allem Berufsanfänger die Frage, ob der Master oder doch der MBA die richtige Qualifikation für eine erfolgreiche Karriere darstellt. Dieser Artikel soll eine Orientierungshilfe für jene sein, die sich bei ihrer Wahl noch unschlüssig sind.

Bachelor

Wer zum ersten Mal ein Studium beginnt, und auch abschließt, startet mit einem Bachelorstudium. Das Bachelorstudium ist nach dem Abi der erste Schritt in die Hochschulkarriere und bildet dich zunächst zu einem Generalisten, einem Alleskönner aus, der mit dem Abschluss des Studiums über einen ersten berufsqualifizierendem Hochschulabschluss verfügt.

Das BWL-Bachelorstudium vermittelt dir vor allem Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. Hier bekommst du einen ersten Überblick über das Fach und lernst gängige Konzepte und Theorien kennen.

Im Durchschnitt dauert das Bachelorstudium zwischen sechs und acht Semester. Nach den ersten beiden Semestern hast du in fast allen BWL-Studiengängen die Möglichkeit, einen oder mehrere Schwerpunkte im weiteren Verlauf des Studiums zu setzen. Das Studium beschränkt sich in dieser Phase allerdings nicht auf die Schwerpunktfächer. Es stehen auch weiterhin Pflichtveranstaltungen aus den allgemeinen betriebswirtschaftlichen Fächern auf dem Lehrplan.

Ganz allgemein gesagt bereitet dich das Bachelorstudium auf den Einstieg ins Berufsleben vor und bietet dir die Chance, bereits vertieftes Wissen in einigen, meist frei wählbaren Bereichen, zu sammeln. Allerdings bist du noch kein Spezialist, kein Profi auf einem bestimmten Gebiet, sondern verfügst über breitgefächertes Wissen in BWL oder, je nach Studienwahl, in einem anderen Studienfach.

Gut zu wissen: Bachelorstudiengänge werden an vielen Hochschulen als 2-Fach-Bachelor angeboten. So kannst du BWL noch mit einem weiteren Fach kombinieren und erlangst auch dort wichtige Kompetenzen.

Master

Studienabschluss MasterDas Masterstudium schließt sich für viele Bachelorabsolventen direkt an das Bachelorstudium an – muss es aber nicht.

Zu Beginn des Bachelor-Master-Systems waren Masterstudiengänge weitestgehend konsekutiv – auf das Fach im Bachelorstudium aufbauend. Das bedeutet, dass du, um einen Masterstudiengang in BWL, Management oder verwandten Fachbereichen studieren zu können, auch einen Bachelor in BWL, Wirtschaftswissenschaften oder Management absolviert haben musst. Dies hat sich inzwischen geändert und es gibt nun häufiger auch Masterstudiengänge, die nicht-konsekutiv angelegt sind. Allerdings ist hier die Zugangsvoraussetzung ein Bachelorabschluss und Berufserfahrung. Ein Blick auf die Bewerbungsmodalitäten der einzelnen Hochschulen gibt hier Aufschluss.

Was also ist nun das Masterstudium im Vergleich zum Bachelorstudium? Ganz einfach: Der Master macht dich vom Alleskönner zum Spezialisten.
Masterstudiengänge sind sehr spezialisiert angelegt und beleuchten einen ganz bestimmten Teil der Betriebswirtschaftslehre – oder eines anderen Fachbereichs. So hast du z.B. die Möglichkeit, dich gezielt im Bereich Human Resources weiterzubilden, wenn du weißt, dass es karrieretechnisch genau in diese Richtung gehen soll.

Nach einem fachlich breiter angelegten Bachelorstudium kann es also sehr sinnvoll sein, einen Master zu absolvieren, der den Schwerpunkt aus dem Bachelorstudium aufgreift und vertieft.

Das Studium kann sowohl mit einem Master of Arts als auch mit dem Master of Science abschließen. Letzter zeichnet sich dadurch aus, dass er besonders forschungsorientiert ist.

MBA

Studienabschluss MBADer MBA, oder Master of Business Administration, ist in der Regel ein nicht-konsekutiver Studiengang, der als Weiterbildung für Berufstätige gedacht ist. Der MBA soll Arbeitnehmer auf die Übernahme von Managementaufgaben vorbereiten und qualifizieren. Für die Aufnahme eines MBA-Studiums sind grundsätzlich zwei Jahre Berufserfahrung sowie ein Bachelor- oder Diplomabschluss notwendig. Die Zugangsvoraussetzungen sind jedoch nicht einheitlich für alle Hochschulen geregelt, so dass es hier notwendig ist, sich vorab über die Zulassungskriterien bei den einzelnen Hochschulen zu informieren.

Das MBA-Studium richtet sich nicht an Bachelorabsolventen eines wirtschaftswissenschaftlichen Studienfachs, sondern an Absolventen aus anderen Studienfächern. Durch das MBA-Studium werden Studierenden Kenntnisse im Bereich Management und in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern vermittelt. Das Studium richtet sich demnach an Studierende ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Damit ist auch das MBA-Studium ein eher generalistisches Studium und weniger eine spezialisierende Weiterbildung.

Wer trotz BWL-Studium einen MBA machen möchte, sollte sich die Studieninhalte genau ansehen, um erkennen zu können, ob sich diese Investition lohnt.

MBA und Master – Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Kosten

Unterschied Master und MBAMaster of Business Administration, Master of Science in Management, Master of Arts in General Management – viele weiterbildende Masterstudiengänge klingen verlockend ähnlich. Die Grenzen scheinen hier inzwischen zu verschwimmen. Vor allem der Master in Management (MiM) und der MBA ähneln sich stark. Beide Weiterbildungen bestehen zu einem Großteil aus General Management, also Fächern aus den Bereichen Finanzierung, Strategie und Personalmanagement. Andere Masterstudiengänge fokussieren im Gegensatz hierzu einen speziellen Fachbereich, z.B. Logistik oder Marketing.

Unterschiede gibt es häufig in den Zulassungsbeschränkungen und den Kosten. Der MBW fordert nahezu immer mehrjährige Berufserfahrung, während für andere Masterstudiengänge keine bis wenig Berufserfahrung zur Zulassung ausreichend ist. Ein deutlicher Unterschied findet sich bei den Kosten. Masterstudiengänge sind in der Regel deutlich günstiger als die kostenintensiven MBA-Angebote. Masterprogramme bleiben häufig unter 10.000 Euro, während MBA-Programme mit 15.000 und 30.000 Euro deutlich kostenintensiver sind.

Fazit

FazitWährend der Bachelor sich an alle Studieninteressenten wendet, die einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss anstreben, hat man zwischen Master und MBA oft die Qual der Wahl. Hier kommt es darauf an, sich genau zu informieren, was die Studieninhalte sind und welche Voraussetzungen gefordert werden. Gleichzeitig muss hier jeder Interessent die Entscheidung treffen, welche beruflichen Ziele angestrebt werden und inwieweit der Studienabschluss hierzu beiträgt. Im Mittelpunkt steht hier sicher die Frage, welchen Nutzen man von dem weiterbildenden Abschluss davonträgt und wie dieser die Karriere beeinflussen kann.

Generell kann man sagen, dass sich der MBA eher an Berufserfahrene ohne wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss richtet, die sich auf Aufgaben im Management qualifizieren möchten. Der Master hingegen richtet sich an BWL-Absolventen, die ihre bisherigen wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse vertiefen und in einem bestimmten Fachbereich spezialisieren möchten.

Empfiehl uns weiter: